Digitale Souveränität

CLOUD Act einfach erklärt

Was das US-Gesetz regelt, warum der Speicherort in Europa nicht schützt und was Unternehmen tun können.

Der CLOUD Act ist ein US-Gesetz, das US-Behörden den Zugriff auf Daten bei US-Anbietern ermöglicht, auch wenn diese Daten in Europa gespeichert sind. Betroffen sind damit Dienste wie Microsoft 365, Google Workspace, AWS, Azure, Salesforce und viele weitere.

Im Juni 2025 erklärte Microsoft France vor dem französischen Senat, eine Weitergabe von Daten an US-Behörden nicht garantiert ausschließen zu können (Bericht). Das hat die Diskussion über digitale Souveränität in Europa deutlich verstärkt.

Für die meisten Dienste gibt es europäische Alternativen. Eine Übersicht finden Sie unter Europäische Alternativen zu US-Software.

Das Wichtigste in Kürze

Seit 2018 in Kraft

Der Clarifying Lawful Overseas Use of Data Act ist ein US-Gesetz vom März 2018. Er regelt, wann US-Behörden von Anbietern die Herausgabe von Daten verlangen können.

Kontrolle statt Speicherort

Entscheidend ist, ob ein US-Unternehmen die Daten kontrolliert, nicht wo sie liegen. Das gilt auch für Rechenzentren in Deutschland und für europäische Tochtergesellschaften.

Konflikt mit der DSGVO

Nach Ansicht der europäischen Datenschutzbehörden ist eine Herausgabe allein auf Grundlage des CLOUD Act in der Regel nicht mit Art. 48 DSGVO vereinbar (e-recht24). Anbieter stehen damit zwischen zwei Rechtsordnungen.

Wann der CLOUD Act greift

Vereinfachte Übersicht. Im Einzelfall kommt es auf Eigentümer und Kontrolle des Anbieters an.

AnbieterSpeicherortCLOUD Act anwendbar
US-Anbieter USAja
US-Anbieter Rechenzentrum in Deutschlandja
Europäische Tochter eines US-Konzerns Rechenzentrum in Deutschlandnach überwiegender Einschätzung ja
Europäischer Anbieter ohne US-Mutter Europain der Regel nein
Eigene Server im Unternehmen eigenes Rechenzentrumnein

Was Unternehmen tun können

  1. Bestand aufnehmen

    Welche Dienste von US-Anbietern sind im Einsatz und welche Daten liegen dort?

  2. Risiken bewerten

    Wo liegen Geschäftsgeheimnisse, personenbezogene oder besonders schutzbedürftige Daten?

  3. Alternativen prüfen

    Für die meisten Dienste gibt es europäische Lösungen. Nicht alles muss sofort wechseln.

  4. Schrittweise umstellen

    Mit den kritischsten Daten beginnen, der Rest folgt nach Plan.

Häufige Fragen

Was ist der CLOUD Act?

Ein US-Gesetz von 2018, das US-Anbieter verpflichtet, Daten auf Anordnung von US-Behörden herauszugeben, unabhängig davon, wo die Daten gespeichert sind.

Gilt der CLOUD Act auch für Rechenzentren in Deutschland?

Ja, wenn ein US-Unternehmen die Daten kontrolliert. Microsoft France hat im Juni 2025 vor dem französischen Senat erklärt, eine Weitergabe an US-Behörden nicht ausschließen zu können.

Schützen EU-Rechenzentren oder souveräne Cloud-Angebote von US-Anbietern?

Sie verbessern Datenhaltung und Betrieb in der EU. Ob sie vor dem CLOUD Act schützen, ist umstritten, solange der Anbieter zu einem US-Konzern gehört.

Was ist mit dem EU-US-Datenschutzrahmen?

Der Datenschutzrahmen regelt die Übermittlung personenbezogener Daten in die USA. Den Zugriff von US-Behörden auf Daten bei US-Anbietern nach dem CLOUD Act hebt er nicht auf.

Muss ich jetzt alle US-Dienste abschalten?

Nein. Sinnvoll ist eine Bestandsaufnahme und dann ein schrittweiser Wechsel, beginnend mit den sensibelsten Daten.

Europäische Alternativen

Prüfen Sie Ihre Abhängigkeit von US-Software

Wir sehen uns an, welche US-Dienste Sie nutzen, und zeigen, wofür es europäische Alternativen gibt.

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